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Bündnis 90 / Die Grünen Linnich 
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Demo für die Realschule

Große Demonstration für den Fortbestand der Realschule Linnich

Am 29. April 2010 war der große Ratssaal im Linnicher Rathaus brechend voll. Nicht nur die Stadtverordneten waren zur Ratssitzung erschienen, sondern auch ca. 100 SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern der Linnicher Realschule, ausgerüstet mit Plakaten und Rasseln. Die Schülersprecherin, der Schülersprecher und die Schulpflegschaftsvorsitzenden appellierten an den Rat, sich für den Fortbestand der Realschule einzusetzen, sie sei so eine gute Schule und es gebe keinen Grund, sie zu schließen.

Anlass für die Demonstration war, dass mehrmals interkommunale parteiübergreifende Treffen stattgefunden hatten, die sich mit der Zukunft der Schulen im Nordkreis befasst und auch die Gründung einer Gesamtschule erörtert hatten.

Bürgermeister Witkopp, nach langer Krankheit zum ersten Mal wieder auf dem Chefsessel, freute sich über den Besuch und sicherte den Demonstranten seine unbedingte Unterstützung zu. Wieder einmal vergaß er, dass er als Bürgermeister alle BürgerInnen mit ihren unterschiedlichen Interessen vertreten soll, vielmehr agitierte er als CDU-Parteivorsitzender ganz im Sinne der CDU-Ideologie, die überall böse Mächte wittert, die die Zerstörung des allein selig machenden dreigliedrigen Schulsystems im Sinn haben.

Hätte er aufmerksam das Linnicher Schulentwicklungskonzept gelesen, wäre ihm nicht entgangen, dass die Gutachter für die nähere Zukunft dem Rat empfehlen, die Zusammenführung der Realschule mit der Hauptschule zu einer Verbundschule zu prüfen, um trotz des Rückgangs der Schülerzahlen den Schulstandort Linnich zu erhalten. Was nützt die beste Schule, wenn zu wenige SchülerInnen kommen? Trotziges Beharren auf dem Status quo gefährdet das Linnicher Bildungsangebot.

Und was spricht eigentlich dagegen, die gute Realschule um eine Oberstufe mit der Möglichkeit, das Abitur zu machen, zu ergänzen und die HauptschülerInnen partizipieren zu lassen?

Bürgermeister Witkopp und der unvermeidliche CDU-Fraktionsvorsitzende HW Dohmen ignorieren völlig alle Schülerinnen und Schüler, die gerne eine Gesamtschule besuchen wollen. Die Glücklichen, die im weiten Umkreis einen Gesamtschulplatz bekommen, müssen weite Schulwege in Kauf nehmen, sehr viele aber werden nicht angenommen, weil es einfach viel zu wenig Gesamtschulen im Kreis gibt, um die Nachfrage zu befriedigen.

Wie gut, dass im Linnicher Stadtrat eine neue Mehrheit das Sagen hat, die sich ihrer Verantwortung für den Schulstandort Linnich bewusst ist.

Christoph Barzen